Geschichte Berghotel

Juli 1912 – Eine Oberbärenburger Anekdote

Seine Majestät, König Friedrich August III. von Sachsen, hat seinen Besuch im Berghotel Friedrichsöhe angekündigt. Mit einigen Offizieren und Staatsbeamten kommt er zur Jagd. Rehböcke sollen erlegt werden. Dies ist ein bedeutendes Ereignis.

Der König fährt mit der Kleinbahn bis nach Kipsdorf und dann mit der königlichen Kutsche nach Oberbärenburg. Vor dem größten und repräsentativsten Gebäude mitten im Ort halten die Kutschen an. Man ist im „Berghotel Friedrichshöhe“ angekommen. Hier wird er samt seiner Begleitung drei Tage bleiben.

Und es wird ein Erfolg. Die Jagdstrecke ist beachtlich, die Stimmung beim Abenddinner im vom Kerzenlicht erfüllten Speisesaal prächtig. Der König erzählt unter schallendem Gelächter den neusten Witz über ihn selbst.

Am Morgen seiner Abreise verabschiedet er sich vom Wirt mit den Worten: „Mei Gudster, hamse vieln Dank für die scheenen Dache. Eichendlich dädsch gerne noch bleim, aber Dräsdn ruft.“

Feiern in königlichem Ambiente

Ab sofort haben auch Sie die Möglichkeit, in historischem Ambiente königlich zu feiern und zu schmausen. Für Sie und Ihr Gefolge gestalten wir kulinarische Köstlichkeiten in Buffetform, bei denen selbst unserem jagdfreudigen König Friedrich August III. von Sachsen das sprichwörtliche Wasser im Munde zusammengelaufen wäre.

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Auszug aus der königlichen Chronik

Friedrich August Johann Ludwig Karl Gustav Georg Philipp von Wettin

Geboren am 25. Mai 1865 als 4. Kind und ältester Sohn des Prinzen Georg von Sachsen und seiner Gattin, Infantin Maria Anna von Portugal. Gestorben am 18. Februar 1932.

Unter dem kompletten Namen schloß er am 21. November 1891 die Ehe mit Luise Antoinette Maria von Toscana. Das Ehepaar hatte sieben Kinder. Am 24. November 1903 wurde offiziell bekannt gegeben, dass Erzherzogin Luise, die Kronprinzessin, ihren Gatten verlassen habe. Oha!

Was sich daraufhin in Dresden und Umgenbung getan hat, davon macht man sich keinen Begriff. Die Leidenschaft der Dresdner wurde uferlos, man huldigte dem Kronprinzen, der keineswegs zur komischen Figur hinabsank, sondern zum Märtyrer emporstieg. Friedrich August lehnte kategorisch ab, jemals wieder zu heiraten.

Damals kam das törichte Wort auf, er sei mehr August als Friedrich.

Binnen kurzem aber rückte ihn der vieldiskutierte, schließlich als heroisch empfundene Verzicht, den Herzen von Arm und Reich abermals näher. Hatte er bis dato als Sachse gegolten und teils als Schloßbewohner, so galt er fortan nur noch als Sachse, als einer von „Unseresgleichen“.

Am 15.10.1904 erfolgte die Krönung zum König. Und so sah er denn auch als König mitnichten aus wie ein König. Sondern wie ein Landbriefträger am Sonntag. Denn selbst in seiner Uniform wirkte er zivil, ohne Krampf und Trara, ohne Pose, ohne Hemmungen. Fest steht, daß Friedrich August innerhalb der grün-weißen Grenzen keinen einzigen Feind hatte (von welchem Monarchen läßt sich das sagen?).

Friedrich August wurde berühmt durch seine Aussprüche. Die waren stets offen und ehrlich, manchmal ruppig und manchmal bewusst witzig. Sein berühmter Ausspruch nach der Revolution (13.11.1918), als der Sprecher dem König eröffnete, sämtliche Befugnisse seien übergegangen an den Arbeiter- und Soldatenrat, schneuzt er sich ausführlich und dann ungnädig: „Na, da macht Euern Dreck alleine.“

Nach seiner Abdankung wurde Sachsen Freistaat. Der Umsturz hat den König nicht eben hart getroffen, ob er einen Thron besaß oder nicht, war ihm wurscht. Er übersiedelte nach Sybillenort (Regierungsbezirk Breslau) und gondelte in der Welt herum, ließ den lieben Gott einen frommen Mann sein. Er führte ein beschauliches Familienleben mit seinen Kindern, aber ohne neue Gattin an seiner Seite. Und er oblag dem edlen Waidwerk, welches ihm schon immer große Freude und Entspannung bereitete.

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